DIY Arvenöl: Ein Schritt-für-Schritt-Leitfaden
Kann man Arvenöl selbst herstellen?
Ja. Mit einer geeigneten Destillieranlage lässt sich ätherisches Arvenöl aus Nadeln, Zweigen und Holz der Arve gewinnen.
Dabei werden die flüchtigen Duftstoffe der Pflanze mit Wasserdampf gelöst. Der Dampf wird anschliessend abgekühlt und wieder flüssig.
Kurz erklärt: Bei der Destillation entstehen normalerweise zwei Produkte: eine kleine Menge ätherisches Arvenöl und eine deutlich grössere Menge aromatisches Destillationswasser, das sogenannte Hydrolat.
Was braucht man für selbstgemachtes Arvenöl?
Für eine kleine Destillation brauchst du keine grosse Industrieanlage. Einige grundlegende Dinge sind jedoch notwendig.
Destillieranlage
Eine kleine, für die Herstellung ätherischer Öle geeignete Destille mit funktionierender Kühlung.
Arvenmaterial
Nadeln, dünne Zweige und sauberes Arvenholz. Das Material sollte eindeutig von der Arve Pinus cembra stammen.
Wasser
Sauberes Wasser entsprechend den Vorgaben deiner Destillieranlage.
Auffanggefässe
Saubere Gefässe für das Destillat sowie eine kleine dunkle Glasflasche für das gewonnene ätherische Öl.
Welche Teile der Arve eignen sich?
Der Duft einer Arve steckt nicht nur im Holz. Auch Nadeln und junge Zweige enthalten flüchtige aromatische Stoffe, die sich durch Destillation gewinnen lassen.
Das Verhältnis der verwendeten Pflanzenteile beeinflusst den Charakter des Destillats. Eine Mischung aus Nadeln, dünnen Zweigen und etwas Holz ist deshalb ein guter Ausgangspunkt für eigene Versuche.
Arvenmaterial vorbereiten
Grosse Äste oder Holzstücke sollten vor der Destillation zerkleinert werden. Dadurch vergrössert sich die Oberfläche des Materials.
- Nadeln von grobem Schmutz befreien.
- Dünne Zweige in kleinere Stücke schneiden.
- Holz möglichst als kleine Späne oder feine Stücke verwenden.
- Nur sauberes und einwandfreies Pflanzenmaterial einsetzen.
Sehr feine Holzstäube sind weniger praktisch als gröbere Späne, weil sie den Durchfluss von Wasser oder Dampf behindern können.
Arvenöl destillieren: Schritt für Schritt
Der genaue Aufbau unterscheidet sich je nach Destille. Die Bedienungsanleitung des Herstellers hat deshalb immer Vorrang. Der grundsätzliche Ablauf sieht jedoch so aus:
- Destille vorbereiten.
Kontrolliere Anlage, Verbindungen und Kühlung und stelle die Destille auf eine stabile, hitzebeständige Fläche. - Wasser einfüllen.
Fülle die vom Hersteller vorgesehene Menge Wasser ein. - Arvenmaterial einbringen.
Gib das vorbereitete Pflanzenmaterial in den dafür vorgesehenen Bereich der Destille. Nicht unnötig stark verdichten. - Destille erhitzen.
Das Wasser wird erhitzt. Der entstehende Wasserdampf gelangt durch beziehungsweise an das Arvenmaterial. - Duftstoffe werden mitgeführt.
Flüchtige Bestandteile aus Nadeln, Zweigen und Holz werden mit dem Wasserdampf transportiert. - Dampf abkühlen.
Im Kühler kondensiert der Dampf wieder zu Flüssigkeit. - Destillat auffangen.
Das Gemisch aus Hydrolat und ätherischem Öl wird in einem sauberen Gefäss gesammelt. - Öl vom Hydrolat trennen.
Nach dem Absetzen kann die kleine Ölphase vorsichtig vom wässrigen Hydrolat getrennt werden.
Arvenöl selbst herstellen – unsere Videos
In den folgenden Videos siehst du den Ablauf einer Arvendestillation in der Praxis.
Video 1: Arvenöl destillieren
Ein praktischer Einblick in die Vorbereitung und Destillation des Arvenmaterials.
Video 2: Destillation in der Praxis
Weitere Eindrücke vom Destillieren und vom gewonnenen Destillat.
Was passiert bei der Destillation?
Wasserdampf
Durch die Erwärmung entsteht Wasserdampf, der mit dem Arvenmaterial in Kontakt kommt.
Duftstoffe
Flüchtige aromatische Bestandteile werden vom Wasserdampf aufgenommen und mitgeführt.
Kondensation
Im Kühler wird der Dampf wieder flüssig. Dabei entsteht das Destillat aus Hydrolat und ätherischem Öl.
Arvenöl und Arvenhydrolat – was ist der Unterschied?
Nach der Destillation erhältst du nicht nur ätherisches Öl. Der grösste Teil des Destillats besteht aus Wasser, in dem ebenfalls aromatische Bestandteile enthalten sind.
| Ätherisches Arvenöl | Arvenhydrolat | |
|---|---|---|
| Menge | vergleichsweise gering | deutlich grösser |
| Basis | ätherische Ölphase | wässrige Phase |
| Duft | stark konzentriert | deutlich milder |
| Entstehung | bei der Destillation | bei derselben Destillation |
Gut zu wissen: Es ist völlig normal, wenn bei einer kleinen Hobbydestillation nur wenig sichtbares ätherisches Öl entsteht. Die Ausbeute hängt stark von Ausgangsmaterial, Frische, verwendeten Pflanzenteilen und Destillation ab.
Wie bewahrt man selbst destilliertes Arvenöl auf?
Ätherische Öle reagieren empfindlich auf Licht, Wärme und Luft. Das gewonnene Öl sollte deshalb möglichst in einer kleinen dunklen Glasflasche aufbewahrt werden.
- Flasche gut verschliessen.
- Kühl und lichtgeschützt lagern.
- Behälter eindeutig beschriften.
- Für Kinder unerreichbar aufbewahren.
Das Hydrolat enthält dagegen viel Wasser und ist deshalb weniger lange stabil als das konzentrierte ätherische Öl. Bei selbst hergestelltem Hydrolat ist besonders sauberes Arbeiten wichtig.
Wofür kann man Arvenöl verwenden?
Ätherisches Arvenöl wird vor allem wegen seines intensiven, harzig-holzigen Duftes verwendet.
Kleine Mengen können beispielsweise auf dafür geeigneten Duftträgern oder zur gezielten Raumbeduftung verwendet werden.
Kann man alte Arvenspäne aus einem Kissen destillieren?
Grundsätzlich enthalten auch ältere Arvenspäne noch Holzbestandteile. Für eine eigene Destillation würden wir jedoch möglichst frisches, sauberes und eindeutig nachvollziehbares Arvenmaterial verwenden.
Bei einer alten Kissenfüllung lässt sich häufig nicht mehr sicher beurteilen, wie lange sie verwendet wurde, wie sie gelagert wurde oder welche weiteren Materialien enthalten sind.
Wenn dein Arvenkissen lediglich weniger intensiv duftet, ist Destillieren ohnehin nicht notwendig. Oft reicht es, die vorhandene Füllung aufzulockern oder mit frischen Arvenspänen zu ergänzen.
Häufige Fragen zum Selbermachen von Arvenöl
Kann man Arvenöl wirklich selbst herstellen?
Ja. Mit einer geeigneten Destillieranlage können flüchtige Bestandteile aus Nadeln, Zweigen und Holz der Arve durch Wasserdampf- beziehungsweise Hydrodestillation gewonnen werden.
Welche Teile der Arve eignen sich zum Destillieren?
Verwendet werden können unter anderem Nadeln, dünne Zweige und sauberes Arvenholz. Das Verhältnis der Pflanzenteile beeinflusst den Charakter des Destillats.
Brauche ich für Arvenöl eine Destille?
Für die Gewinnung echten ätherischen Arvenöls ist eine geeignete Destillieranlage notwendig. Einfaches Einlegen von Arvenholz in ein Pflanzenöl ergibt kein ätherisches Arvenöl.
Warum entsteht bei der Destillation so wenig Öl?
Ätherisches Öl macht nur einen kleinen Teil des Pflanzenmaterials aus. Die tatsächliche Ausbeute hängt unter anderem von Pflanzenteil, Frische, Materialmenge und Destillationsbedingungen ab.
Was ist Arvenhydrolat?
Hydrolat ist die wässrige Phase, die bei der Destillation gemeinsam mit dem ätherischen Öl entsteht. Sie enthält wasserlösliche beziehungsweise fein verteilte aromatische Bestandteile und duftet deutlich milder als das konzentrierte Öl.
Kann ich Arvenspäne aus meinem Kissen verwenden?
Für eine Destillation empfehlen wir frisches, sauberes und eindeutig nachvollziehbares Arvenmaterial. Bei älteren Kissenfüllungen sind Alter, Lagerung und Zusammensetzung nicht immer eindeutig.
Wie sollte Arvenöl gelagert werden?
Ätherisches Arvenöl sollte möglichst in einer kleinen, gut verschlossenen dunklen Glasflasche kühl und lichtgeschützt aufbewahrt werden.
Fazit: Arvenöl selbst destillieren braucht etwas Geduld
Arvenöl selbst herzustellen ist ein interessantes Projekt, wenn du dich näher mit der Arve und ihren natürlichen Duftstoffen beschäftigen möchtest.
Der Ablauf ist grundsätzlich gut nachvollziehbar: Arvenmaterial vorbereiten, destillieren, Destillat auffangen und Öl vom Hydrolat trennen.
Die Menge des gewonnenen ätherischen Öls ist bei einer kleinen Destillation meist überschaubar. Gerade deshalb ist der Versuch aber interessant: Er zeigt, wie konzentriert die Duftstoffe im fertigen ätherischen Öl sind.
